positive geburtsberichte

Jede Wehe bringt mich meinem Kind näher.

Der errechnete Geburtstermin war der 25.2.2019. Umso näher der Tag rückte, desto mehr sehnte ich die Geburt dabei und freute mich auf diese. Ich wollte meinen Sohn in den Armen und nicht „nur“ im Bauch tragen.


In der Nacht vom 24.2. auf den 25.2. spürte ich Ziehen im Unterleib, welches sich wie Regelschmerzen anfühlte und in sehr unregelmäßigen Abständen stärker wurde. Ich vermutete Wehen, aber konnte es auch nicht eindeutig zuordnen.
Am Vormittag hatte ich dann ohnehin einen Termin beim Gynäkologen. Am CTG waren zwar Wehen zu sehen, aber der Arzt sagte es wären wohl Übungswehen und schätze nach Untersuchung von Muttermund und Gebärmutterhals, dass es wohl in den nächsten 48 Stunden losginge. Er verabschiedete mich mit den Worten: „Alles Gute. Wenn das eine toll macht, dann Sie!“ Keine Ahnung, ob er das zu jeder Patientin sagt, aber es tat sehr gut dies zu hören.


Nach dem Termin beim Gynäkologen machte ich noch ein paar Besorgungen und machte mich dann auf die etwa 30minütige Heimfahrt. Währenddessen hatte ich immer wieder dieses Ziehen im Unterleib. Zu Hause angekommen kochte ich Mittagessen, ging durch die Innenstadt bummeln und im Supermarkt einkaufen - begleitet von immer regelmäßigerem Ziehen, welches ich mit dem Gedanken “Jede Wehe bringt mich meinem Baby näher” weglächelte. Gegen 16 Uhr schrieb ich meinem Mann, dass er morgen vermutlich nicht ins Büro fahren könnte.
Um 17 Uhr war ich dann noch bei meiner Physiotherapeutin und wartete danach zu Hause auf meinen Mann. Der rief gegen 18:30 Uhr auf dem Heimweg an und während des Gesprächs merkte ich das Ziehen nun so heftig, dass ich Gesprächspausen einlegen und es veratmen musste.


Nachdem mein Mann angekommen war, machte ich uns noch ein Abendessen, welches ich mit etlichen Pausen zum Veratmen essen musste. Mein Mann machte mir noch eine Wärmflasche für meinen unteren Rücken und gegen 20:30 Uhr entschieden wir, dass wir wohl langsam ins Krankenhaus aufbrechen könnten.
Ich hatte mir jedoch in den Kopf gesetzt vorher unbedingt zu duschen. Gesagt - nicht ganz so einfach getan. Aufgrund der immer heftigeren Wehen dauerte die gesamte Prozedur fast 2 Stunden und war gekrönt davon, dass ich es nicht mal mehr schaffte, mir alleine Schuhe anzuziehen. Jede noch so unangenehme Wehe brachte mich bei dem Gedanken, dass diese mich näher zu meinem Baby brachte wieder zum Lächeln. Zudem tat es mir gut während des Duschens allein und ganz bei mir zu sein (abgesehen von gelegentlichen Rufen meines Mannes, ob er mir helfen könnte). Kurz vor 23 Uhr konnten wir uns dann auf den Weg von Ratingen nach Kaiserswerth machen.


Am Krankenhaus war natürlich keiner der Storchen Parkplätze für werdende Väter frei, so dass wir auf dem weiter entfernten Hauptparkplatz parkten und meine Tasche noch im Auto ließen. Mein Mann klingelte am Kreissaal und daraufhin begrüßte uns eine Hebamme und wollte zunächst ein CTG schreiben. Meine Wehen waren zu diesem Zeitpunkt so stark, dass dies kaum gelang. Kurz darauf platze meine Fruchtblase und die Hebamme untersuchte daraufhin den Muttermund. Dieser war komplett geöffnet. Ich wollte meinen Mann daraufhin noch mine Tasche holen lassen, aber die Hebamme sagte: “Ihr Mann geht jetzt nirgendwo mehr hin. Ihr Kind kommt jetzt auf die Welt.” Dabei war im Auto noch meine größte Sorge, dass man mir sagte, der Muttermund sei noch kaum geöffnet.
Die Hebamme schaute welcher Kreissaal frei war und holte uns ab. Den Weg über den Flur habe ich kaum geschafft und die Hebamme sagte immer wieder “Nicht pressen!”
Endlich im Kreissaal angekommen (es waren wohl 15 m, die mir vorkamen wie 500m) folgten 3-4 Presswehen und unser Sohn kam um 23:37 Uhr auf die Welt und ich nur noch glücklich und voller Liebe - ca. 25 min nach Ankunft in Kaiserswerth.
Da ich ambulant entbinden wollte, verließen wir bereits am nächsten Vormittag zu dritt das Krankenhaus.